Werden die Konfessionsfreien zu einem politischen Machtfaktor?
(08.06.2012)
Gleich vier große Veranstaltungsreihen innerhalb von vier Wochen: Nie zuvor waren Humanisten, Atheisten, Agnostiker, Skeptiker in Deutschland so aktiv – ein Ausdruck des gestiegenen Selbstbewusstseins der säkularen Szene. Dies fiel erfreulicherweise auch dem SPIEGEL auf. Ein Kommentar von Michael Schmidt-Salomon.
"Atheisten? (…) Die langweilen mich, weil sie immer nur von Gott sprechen”, hieß es in Heinrich Bölls Roman "Ansichten eines Clowns". 1963, als das Buch erschien, mag dies noch zutreffend gewesen sein, doch wer die großen säkularen Veranstaltungen der letzten Wochen verfolgt hat, wird Bölls viel zitiertem Bonmot widersprechen. Denn Humanisten, Atheisten, Skeptiker sprechen heute kaum noch von "Gott", sondern von individuellen Selbstbestimmungsrechten, von Freiheit und Gerechtigkeit, vom Genuss des Lebens im Diesseits und den Vorzügen eines evidenzbasierten Denkens jenseits der Illusionen. Bölls "Clown" hätte sich sicherlich gewundert, aber "langweilig" waren weder der "Internationale Atheisten-Kongress" in Köln noch die "Welt-Skeptiker-Konferenz" in Berlin, weder die "Religionsfreie Zone" in Mannheim noch das alternative Pilgerprogramm "Heilig’s Röckle!" in Trier. Das Publikum, das diese Events besuchte, war ebenso bunt wie die Themen, die behandelt wurden. Die Zeiten, in denen sich Freidenker in staubigen Hinterzimmern trafen, um dort vornehmlich die eigenen religiösen Traumata abzuarbeiten, sind, wie es scheint, endgültig vorbei. [...]
HIER im Originalartikel weiterlesen. (gbs)
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