Weshalb die Trierer Kunstausstellung „Reliquie“ verhindert werden soll
(20.03.2012)
Die älteste Stadt Deutschlands wollte sich modern und weltoffen zeigen. Also wurde ins Programm der Trierer „Heilig-Rock-Wallfahrt“ eine internationale Kunstausstellung des Kulturzentrums „Tuchfabrik“ (TUFA) aufgenommen, die das Thema „Reliquie – Fetisch in Kirche, Kunst & Konsum“ aufarbeiten sollte. Doch nun, einen Monat vor Ausstellungseröffnung, verweigern die örtlichen Kulturförderinstitutionen plötzlich die Gewährung der fest eingeplanten Zuschüsse. Stein des Anstoßes (auch wenn dies offiziell dementiert wird): Die TUFA kooperiert mit der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), die unter dem Titel „Heilig’s Röckle!“ ein Begleitprogramm mit renommierten Religionskritikern organisiert. Ein Vorgang, der zeigt, wie wenig die Trennung von Staat und Kirche in Deutschland tatsächlich vorangeschritten ist.
Die Verantwortlichen des Trierer Bistums waren, wie man hört, alles andere als amüsiert, als sie vom Engagement der Giordano-Bruno-Stiftung erfuhren. Offenbar setzten sie daraufhin alle Hebel in Bewegung, um die Ausstellungsmacher der TUFA für ihr unbotmäßiges Einbeziehen kritischer Standpunkte abzustrafen. Die Wege, die sie dabei gehen mussten, waren kurz, denn praktischerweise gehört der Bruder des Trierer Generalvikars Georg Holkenbrink, der ehemalige Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink, den Vorständen sowohl der Kulturstiftung Trier als auch der örtlichen Sparkassenstiftung an. Beide Stiftungen verweigerten nun – entgegen ihrer bisherigen Praxis – der Tuchfabrik die in Aussicht gestellte Förderung. Mit der Empörung des Bistums habe dies überhaupt nichts zu tun, versichern die Verantwortlichen unisono, vielmehr hätten „grundsätzliche Erwägungen“ gegen die Förderung der Ausstellung gesprochen. Worin diese „grundsätzlichen Erwägungen“ bestanden haben sollen, will indes niemand verraten. [...]
HIER im Originalartikel weiterlesen. (gbs)
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