TRIER. "Glaubst du noch oder denkst du schon?" - Vortrag von Dr. Michael Schmidt-Salomon im Rahmen der Gründungsveranstaltung der Hochschulgruppe "Evolutionäre Humanisten Trier" (eht) des Förderkreises der Giordano-Bruno-Stiftung (GBS)
Bericht von Florian Chefai
Am vergangenen Montag, dem 27.06.2011 fand die Gründungsveranstaltung der Hochschulgruppe "Evolutionäre Humanisten Trier" statt.
Den Gästen des gut besuchten Hörsaals an der Universität Tier wurde einleitend die Giordano-Bruno-Stiftung und deren Zielsetzungen vorgestellt. Gerade unter dem Umstand, dass es an der Universität vier Hochschulgruppen gibt, die sich an einer christlichen Leitkultur orientieren, wurde die Notwendigkeit einer säkularen und wissenschaftlichen Alternative dargelegt. Diese verfolge insbesondere den Zweck, die Interessen nicht-gläubiger und konfessionsfreier Studenten zu vertreten, sowie regelmäßige Treffen und Veranstaltungen zu organisieren.
Nachdem die Kernthesen und Forderungen der evolutionär-humanistischen Gruppe kurz angerissen wurden, begrüßte Mateusz Buraczyk im Namen der "Allianz vun Humanisten, Atheisten & Agnostiker Lëtzebuerg" die Hochschulgruppengründung. In seiner Rolle als Referent des autonomen Schwulenreferates an der Universität Trier wies er auf die unzeitgemäße Sexualmoral kirchlicher Institutionen hin, über die man in Kürze gemeinsam aufklären möchte.
"Glaubst du noch oder denkst du schon?" - Vortrag von Dr. Michael Schmidt Salomon
In dem Vortrag von Dr. Michael Schmidt-Salomon wurde aufgezeigt, warum die tradierten religiösen Vorstellungen nicht mit den Erkenntnissen des wissenschaftlichen Denkens in Einklang zu bringen sind. Die Unvereinbarkeit zwischen religiösem Glauben und der Wissenschaft sei heute so deutlich wie nie zuvor. Aber auch bezüglich ethischer Fragen müsse man die religiösen Vorstellungen kritisieren.
"Wer heute auch nur halbwegs redlich mit den „heiligen Texten“ der Religionen umgeht", so Schmidt-Salomon, "der weiß, dass sie mit Humanität, mit der Gewährung von Menschenrechten, mit Demokratie, Meinungsfreiheit etc., herzlich wenig zu tun haben." Es sei eher so, dass die Rechte, die wir heute besitzen, in einem harten Emanzipationskampf gegen die Religionen erkämpft werden mussten. Dementsprechend müsse man die Werte von Humanismus und Aufklärung stärken und das Projekt der Trennung von Religion und Politik fortführen, damit eine Kultur entstehe, die von Offenheit statt Offenbarung geprägt sei.
Foto: Mathias Bader |
Nach dem Vortrag hatten die Gäste noch die Möglichkeit Fragen an Schmidt-Salomon zu stellen, die teilweise zu sehr aufschlussreichen Klarstellungen und Diskussionen führten. Die Hochschulgruppe „Evolutionäre Humanisten Trier“ war jedenfalls sehr erfreut über das rege Interesse und das positive Feedback.
Ein Videomitschnitt des Vortrages wird bald auf der Homepage der Hochschulgruppe veröffentlicht.
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