
von Colin Goldner
Es ist mir eine besondere Freude, in diesem nachgerade „sakralen Rahmen“ der Deutschen Nationalbibliothek ein paar Worte an Sie richten zu dürfen, vor allem, weil ich dies ausdrücklich als Tierrechtler tun darf. Bislang kamen Tierrechtler weder in solch distinguiertem Rahmen noch vor solch illustrem Publikum besonders häufig zu Wort.
Zudem freut es mich natürlich ganz besonders, aus Anlass der Verleihung des Ethikpreises der Giordano-Bruno-Stiftung an Paola Cavalieri und Peter Singer sprechen zu dürfen, an zwei Vordenker der Tierrechtsbewegung, ohne die es diese Bewegung in all ihrer Bandbreite nicht gäbe. Die Schriften Peter Singers und Paola Cavalieris – genannt seien Singers Grundlagenwerk Animal Liberation: Die Befreiung der Tiere von 1975, das als Fundament der modernen Tierrechtsbewegung bezeichnet werden kann, und Cavalieris weiterführende Arbeit Die Frage nach den Tieren: Für eine erweiterte Theorie der Menschenrechte von 2001 – bilden bis heute die philosophische Basis tierrechtlichen Denkens und Handelns. Singer und Cavalieri kommt das Verdienst zu, die Idee des Tierrechts, wie es sie ansatzweise schon seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert gibt – genaugenommen gab es solche Forderungen schon in der Antike –, zu einer schlüssigen Gesellschaftstheorie zusammengefasst und fortentwickelt zu haben.
1993 haben sie das Great Ape Project initiiert. Es beinhaltet die Forderung, die Großen Menschenaffen – Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Bonobos – aufgrund ihrer großen genetischen Ähnlichkeit mit dem Menschen und ihren ähnlich komplexen kognitiven, affektiven und sozialen Fähigkeiten bestimmte Grundrechte zuzuerkennen, die bislang dem Menschen vorbehalten sind: Das Grundrecht auf Leben, auf individuelle Freiheit und auf körperliche wie psychische Unversehrtheit, wodurch praktisch alle Fälle erfasst sind, die Menschenaffen in Bezug auf Menschen betreffen können: Jagd, Wildfang, Zirkus, Zoo, Tierversuche. [...]
HIER im Originaltext weiterlesen. (Evo-Magazin)
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